Der Gegner sitzt im Staatsministerium!

Junge Union (JU) Nordwürttemberg zeigt sich kämpferisch / Björn Hannemann wiedergewählt

“Kurz nachdem ich 2010 zum Bezirksvorsitzenden gewählt wurde, wurde vor der Transferunion gewarnt, bei der immer mehr Staaten von den Hilfsleistungen anderer Länder leben. Doch heute ist das die Realität.” – mit diesen Worten eröffnete der in seine dritte Amtszeit wiedergewählte Bezirksvorsitzende Björn Hannemann die zweitägige Tagung der Jungen Union.

Westhausen auf der Ostalb: Über 150 Delegierte und Gäste waren der Einladung des Bezirksverbandes der Jungen Union Nordwürttemberg zum diesjährigen Bezirkstag gefolgt. Im Mittelpunkt stand das Thema Europa und der Leitantrag “Europa 2020 – Wie wir in Zukunft leben wollen”.

Kontroverse Auseinandersetzungen begleiteten die Antragsberatungen: Mit Joachim Starbatty sprach einer der bekanntesten und schärfsten Gegner des Euros, dessen Fazit eine ernsthafte Diagnose für den Patienten Europa ist: “Wir haben es mit Problemen zu tun, die wir ohne den Euro nicht hätten.” Ganz anders der Hauptredner des Bezirstages, EU-Kommissar Günter H. Oettinger. Unter tosendem Beifall empfangen, verteidigte er den Euro als Währung, ebenso Griechenland, das nur 3% der gesamten EU-Verschuldung ausmacht. Die Debatte werde in Deutschland nicht gerecht geführt, ebenso seien wir nicht die Lösung in Perfektion: “Es gibt Aufgaben, die Brüssel machen muss, aber auch welche, die dort fehlplaziert wären.”

Doch Günther Oettinger übte auch heftige Kritik an der grün-roten Landesregierung. Damit war er nicht der einzige: Auch Steffen Bilger, Bezirksvorsitzender der CDU Nordwürttemberg und Nikolas Löbel, Landesvorsitzender der JU Baden-Württemberg, zeigten keinerlei Verständnis für die hohen Fehlzeiten der Minister und das Schuldenmachen auf Kosten künftiger Generationen – die einzige grün-rote Idee von Nachhaltigkeit, wie auch Hannemann feststellen musste. Daher ist für ihn und die JU Nordwürttemberg klar: “Der Gegner sitzt im Staatsministerium!”

Björn Hannemann werden in der kommenden Amtszeit Lutz Kiesewetter und Steffen Kirsch als Stellvertreter unterstützen. Als Finanzreferent wurde Kristoffer Werner neu in das Amt gewählt. Ebenso zum ersten Mal wurden Silke Mittnacht als Pressereferentin und Daniel Töpfer als Bildungsreferent neu gewählt; Schriftführer bleibt Martin Barthau.

Folgende Beisitzer vervollständigen den Vorstand des ca. 3.900 Mitglieder starken Verbandes: Stefan Briel, Samuel Gail, Johannes Gresser, Tim Krautschneider, Matthias Kreuzinger, Erik Mai, Christina Oberdorfer, Frank Schönhöfer, Markus Schuster und Daniel Stäudle.

Zuletzt konnte Inge Gräßle MdEP sogar einige positive Worte zur Eurokrise finden: “Die Eurokrise hat uns mehr Durchgriff und somit eine bessere Arbeit ermöglicht.” Sie, ebenso wie Rainer Wieland, Vizepräsident des Europäischen Parlaments und der Bundestagsabgeordnete Roderich Kiesewetter, hoffen auf Handlungsfähigkeit und Unterstützung für ihren Weg und den Weg der EU.