1. Regionalkonferenz der Jungen Union Nordwürttemberg

Regionale Vielfalt stärken und erhalten

Auftakt der Regionalkonferenzen des JU-Bezirksverbandes Nordwürttemberg: Bei der ersten von insgesamt fünf Konferenzen zu verschiedenen Themenschwerpunkten traf man sich am Wochenende im Gasthaus „Rose“ gemeinsam mit den Bundestagsabgeordneten Alois Gerig und Nina Warken sowie dem Vorstandsvorsitzenden der Becksteiner Winzer eG, Martin Baumann, um sich zu den Themen Landwirtschaft, Ernährung und Ethik auszutauschen und gemeinsam am Grundsatzpapier der JU Nordwürttemberg „Kompass 2020“ zu arbeiten.

Lauda-Königshofen – „Wir bekennen uns zu einem positiven Verständnis von Heimat. Gerade in Zeiten der Globalisierung und der zunehmenden Mobilität bietet Heimat nicht nur einen Rückzugs- und Ruheraum, sie erfüllt das Bedürfnis der Menschen nach Identitätsstiftung“, hob der Bezirksvorsitzende Lutz Kiesewetter (KV Ostalb) eingangs in seiner Begrüßung hervor. Man wolle mit dieser Veranstaltung den Mitgliedern ein informatives Diskussionsforum bieten, um über die Leitlinien der JU zu diskutieren, ergänzte der stellv. Bezirksvorsitzende Dominik Martin (KV Main-Tauber).

Dabei wurde auch der Begriff der Heimat hervorgehoben. Dieser könne vieles bedeuten, so die Bundestagsabgeordnete Nina Warken: ein geographischer Ort, Mundart, lokale Küche, der Sport- und Musikverein, Brauchtumspflege bis DRK, THW und Freiwillige Feuerwehr. Diese zu erhalten und zu fördern, ist aus Sicht der Jungen Union Aufgabe der Landes- und der Kommunalpolitik. Hier müsse man an Aufwandsentschädigungen, Räumlichkeiten und Anerkennungszeiten in Beruf und Ausbildung denken. Auch über Werte in der Politik gab Warken einige Sichtweisen mit auf den Weg. Ein gutes Wertefundament sei auch für die jungen Abgeordneten im Bundestag wichtig.

MdB Alois Gerig hob die Bedeutung der Landwirtschaft hervor. Diese spiele im ländlichen Raum nach wie vor eine wichtige Rolle und erhalte die Kulturlandschaft. „Wir wollen nicht, dass eben mal ein Tal zuwächst, wie es Minister Nils Schmid formulierte“, so Gerig.

Der Mensch hat diese Kulturlandschaft nach seinem Willen geformt. Deshalb muss er auch Verantwortung übernehmen und  Tierbestände regulieren. Dem kommen die Jäger hervorragend nach, sie sollten dabei unterstützt statt gegängelt und bevormundet werden, so der einhellige Tenor während der Diskussionsveranstaltung.

Martin Baumann, Vorstandsvorsitzender der Becksteiner Winzer eG, beleuchtete die Weinbaugeschichte im Taubertal in allen seinen Facetten. Der Weinbau präge seit jeher die Region und sei ein wichtiges Markenzeichen auch für den Tourismus.

Andererseits wird der Vielfalt regionaler Produkte und der gelebten Handwerkskunst unserer Bäcker und Metzger durch steigenden Preiskampf der Boden entzogen, merkte JU-Kreisgeschäftsführer Marco Hess (KV Main-Tauber) an. Deshalb fordere die JU, schon in Schule und Kindergarten das Gefühl für die Wertigkeit von Nahrungsmitteln zu noch mehr vermitteln.

Auch die Mindestlohn-Debatte sah der Vorstandsvorsitzende der Becksteiner Winzer kritisch, etwa in Hinblick auf die Erntehelfer. „Je höher die Herstellungskosten sind, desto schwieriger wird es, die Produkte noch zu einem guten Preis an den Handel weiterzugeben! Von den niedrigen Preisen könne kein Landwirt leben“, so Baumann.

Der Steillagenweinbau und der bäuerliche Familienbetrieb sind der Jungen Union sehr wichtig. Kommunen und Land sollten die Möglichkeit zur bäuerlichen Wertschöpfung durch geeignete Rahmensetzung unterstützen, ergänzte Dominik Martin.

Weitere Themen in der Diskussion waren die möglichen Folgen durch die Abschaffung des Milchkontingents, die Zukunft der erneuerbaren Energien im Einklang mit dem Landschaftsbild sowie die Stellung des ländlichen Raums im Vergleich zu den Ballungszentren.